Feldkreuze und Gedenksteine
Kessi 11. Juni 2008
Seit Jahrhunderten stellt das gläubige, katholische Volk seine Felder und Fluren unter dem Schutz des Allmächtigen, um gefeit zu sein gegen Hagel, Blitz und Ungewitter und gibt diesem Abhängigkeitsverhältnis vom Schöpfer dadurch Ausdruck, dass es an Wegen und Kreuzungen und Strassen Feldkreuze aufstellt. Dorthin zieht es am Markustag und in der Bittwoche mit Beten und Singen, um den Herrn der Ernte zu bitten, dass er der Erde Früchte geben und erhalten möge.
Im Ortsetter stehen 3 solcher Kreuze: Das Kreuz der Familie Bommer, gewidmet zur Ehre Gottes von Franz Bommer und Karoline geb. Kempter im Jahre 1896. Die Inschrift besagt:
„Was will das Kreuz, das am Wege steht?
Es will jedem, der vorüber geht,
Das süße Wort der Hoffnung sagen:
Das Kreuz wird dich zum Himmel tragen.“
Dann das Kreuz der Familie Gauggel-Honold, gestiftet von Josef Honold und dessen Ehefrau Helene geb. Kupferschmied, 1912.
Das Kreuz bei der Mühle, dem ehemaligen Schwanengut, ist gestiftet von Müller Josef Gauggel und Adriane Gauggel geb. Paul von Hindelwangen, 1874. Die Inschrift:
„O, danke Gott, von ihm ist alles hier
O glaube, liebe, hoffe und vertrau auf ihn.“
Am Nordende des Dorfes steht das Kreuz des einstigen Widumhofes, später wohl auch Veitshof genannt. Es mahnt:
„O Mensch sieh ob ein Schmerz dem deinen gleicht.“
Gestiftet von Alois Grundler und Genovefa Renner, 1869.
Am Hindelwangener Berg, an der Tuttlingerstrasse steht ein Kreuz zum Gedächtnis an den Erzbischöflichen Dekan des Kapitels Stockach und Pfarrer zu Hindelwangen Franz Xaver Schindler geb. am 9. Januar 1907, der durch einen Schlaganfall einen plötzlichen Tod fand.
Auch das Hofgut Braunenberg hat sein Feldkreuz.
„Dieses Kreuz wurde errichtet im Jahre des Heils
1866 von Simon Hänsler und seiner Frau Krecenzia.“
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben,
Niemand kommt zum Vater als durch mich.“
sagt uns das Kreuz beim Berlingerhof, 1861 Gew. zur Ehre Gottes von Josef Fuchs und seiner Ehefrau Maria Schmied vom Berlingerhof.
Nun gehen wir nach Burgtal. Auf dem einstigen Felde des Buchenhofes steht das Kreuz der Familie Martin, gewidmet zur Ehre Gottes im Jahre 1916 von Familie Martin B.
In der Mitte der Talmulde, nicht allzu weit von den interessanten Naturdenkmäler der Kesselbuche und des Hexenbesens hat eine Mutter ihrem im Kriege gebliebenen Sohn zum Gedächtnis ein Kreuz errichtet, das die Inschrift trägt:
„Gestiftet zum Andenken an meinen einzigen Sohn. Infolge schwerer Verwundung gest. 17. Oktober 1918 in französischer Gefangenschaft, von Witwe Regenscheit 1922.“
Am Ende des Weilers Burgtal steht ein Gedenkstein, der kündet:
„Hier verschied im Manöver am 8. September 1906
durch Sturz vom Pferde beim Ansetzen seines
Battl’s zum Angriff
Major von Langsdorff, Führer des III./169.
Ehre seinem Angedenken.“
Am Nellenburger Weg steht ein schönes altes Kreuz, dessen Sandstein leider durch Verwitterung stark gelitten hat. Es ist ein Denkmal dafür, dass an diesem Ort einst ein junges Menschenleben plötzlich ausgelöscht wurde.
„Hier wurde am 15. April 1863 die 25 jährige Magdalena Fritz vom Blitz erschlagen.“
Auf der Höhe des Nellenburger Berges, in der Nähe des Gutshofes hat die Familie des Gutspächters Oskar Lock in neuerer Zeit ein Kreuz aus Eichenholz errichtet.
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