Der erste Weltkrieg
Kessi 11. Juni 2008
1 9 1 4 – 1 9 1 8.
Wie schon an anderer Stelle erwähnt, folgte auf dem 70er Krieg eine gewaltige Aufwärtsentwicklung. Deutschland wurde aus einem Agrarstaat ein Industriestaat. Überall entstanden Fabriken und deutsche Erzeugnisse fanden den Weg in alle Teile der Welt. So entstand den bisherigen Industrieländern eine nie gekannte Konkurrenz, die den Neid der übrigen Welt entfachte, und dieser Konkurrenzneid führte zum I. Weltkrieg.
Dazu kam eine ungeschickte Diplomatie die die Deutschen in der Welt verhasst gemacht hatte. Den äußeren Anlass gab die Ermordung des österreichischen Thronfolgerpaares in Sarajewo durch serbische Offiziere am 29. Juni 1914. Als die Getreidefelder golden wogten und die ernteschweren Ähren auf die Schnitter harrten, da rüstete sich der Schnitter Tod zur blutigen Ernte. Am 1. August brach der Krieg zwischen Österreich und Serbien aus, und da sich Deutschland gemäß seiner Bundestreue (Nibelungentreue) wie es Kaiser Wilhelm nannte, hinter Österreich stellte, traten Russland und Frankreich auf den Plan. Nach kurzer Zeit schloss sich England ihnen an, und aus kleinen Auseinandersetzungen war ein Weltkrieg geworden.
Eine ungeheure Begeisterung ergriff das Volk und die Heere stellten sich zum Kampfe auf. In Stockach, das ein Bezirkskommando besaß, wurde das II Battl. des Reserveregiments Nr. 111 zusammengestellt, und die Strasse hallte wieder von dem Marschtritt der Soldaten. In fast allen Häusern war Einquartierung. Dann rückten die Truppen nach den Kriegsschauplätzen und bald kamen die ersten Siegesnachrichten. „Bis Weihnachten sind wir wieder daheim“ hatten die Soldaten beim Abschied gesagt, aber es kam anders. — Auf die Siege folgten Rückschläge, aus dem Bewegungskrieg wurde ein Stellungskrieg. Vier Jahre lang lagen sich die Truppen in Schützengräben und Unterständen gegenüber. Als auch Amerika in den Krieg eintrat, war das Schicksal Deutschlands entschieden. Viele Hunde sind des Hasen Tod, und gegen die unbegrenzten Hilfsmittel und frischen Truppen Amerikas konnte das ausgeblutete Deutschland nicht mehr aufkommen. Die Begeisterung war schon längst einer trostlosen Resignation gewichen, und als im November 1918 „Das Ganze Halt“ geblasen wurde, war jeder, der noch lebte, froh, wieder in die Heimat zu kommen, denn lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende, war der allgemeine Gedanke.
So kehrten auch die Hindelwanger Soldaten zurück:
Auer Alfred, Auer Adolf, Benkler Franz,
Bommer Karl, Bommer Hermann, Bommer Johann,
Bregenzer Albert, Bregenzer Johann, Bregenzer Martin,
Breinlinger Ernst, Breuer Robert, Gauggel Anton,
Grünenwald Julius, Grundler Eugen, Grundler Oskar,
Handloser Eugen, Horn Anton, Leib Johann,
Leute Josef, Lock Oskar, Martin Adolf,
Martin Albert, Möll Georg, Ruf Franz sen.,
Schönenberger Adolf, Schönenberger Albert, Schumacher Adolf,
Schumacher Johann, Schroff Ferdinand, Schramm Christian,
Trippel Leo, Trötschler Ernst, Trötschler Oswald, Kern Anton.
Die aber die Heimat nicht mehr schauen durften, waren:
Bregenzer Josef, Bühler Hermann, Benkler Karl,
Grohm Johann, Kästle Karl, Ruf Franz jun.,
Renner Gustav, Renner Oskar, Specker Ernst,
Stengelin Georg.
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