Der östereichische Erbfolgekrieg
Kessi 11. Juni 2008
Nachdem man sich über 30 Jahre des glücklichen Friedens erfreut hatte, brachte der Österreichische Erbfolgekrieg wieder feindliche Kriegsvölker in die Seegegend, und zwar waren es wie vor 40 Jahren die Bayern und die mit ihnen verbündeten Franzosen. 1744 erschien der Marschall Bellisle mit seinem Heerhaufen nicht als Feind, wie er sagte, sondern bloß, „um für den neuen Landesherrn Kaiser Karl VII. die Huldigung zu empfangen.“ Zum Glück lief der ganze Feldzug unblutig ab, denn die Österreicher hatten überall, von Rheinfelden bis Konstanz und Villingen ihre Garnisonen verlassen und die Bürger der vorderösterreichischen Städte mussten „nolens volens“ bayerisch werden. Die gute Stadt Stockach lag zu bequem an der Hauptstrasse, um nicht in erster Linie mit Lieferungen und Einquartierungen bedacht zu werden. Die Ratsprotokolle der Stadt geben ein Bild der erdrückenden Lasten, welche das bürgerliche Gemeinwesen damals zu tragen hatte. Das schon öfters erwähnte Urbar von 1721 meldet von Hindelwangen, wie schon am Anfang erwähnt:
Anno 1744, den 18. September sind die Franzosen allhier bei Stockach eingerückt und das Lager geschlagen und die Huldigung angenommen, so zwar, dass alle Städt und Festungen an der Rheinstrasse bis Bregenz sind eingenommen worden, dass man zur selbigen Zeit ist belästigt worden mit Futteragen und Geld zu leisten, das nicht zu beschreiben ist, so zwar, dass der Krüzer Umlag noch über 1 fl. (Gulden) geloffen ist.
Karl der VII., der Urheber dieses Krieges starb 1745 in München. Sein Sohn schloss Frieden mit Österreich und damit kehrten die Dinge in den vorderösterreichischen Staaten auf ihren alten Stand zurück, die Beamten erschienen wieder auf ihren Posten und alles war wie früher gut Österreichisch.
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