Der spanische Erbfolgekrieg
Kessi 11. Juni 2008
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts nahte aufs neue das schwere Verhängnis mit dem halb Europa erschütternden spanischen Erbfolgekrieg, den der deutsche Kaiser Leopold aus dem Hause Habsburg mit Ludwig dem XIV. von Frankreich um spanische Thronfolge führte. Der Kurfürst von Bayern, Max Emanuel, verbündete sich mit dem französischen Reichsfeind und schlimmer als jemals tobte die Kriegsfurie durch das Land. In den Jahren 1703 und 1704 wurde die Nellenburger Landschaft wieder zum Kriegsschauplatz. Auf seinem Heereszug von Tuttlingen zum Bodensee versperrten die sogen. Stockacher Linien dem Kurfürsten den Weg. Das waren von den Österreichern angelegte Verschanzungen vom Bodensee bis Liptingen und Neuhausen in einer Länge von 12 Stunden. Die Bewohner von Stockach und Umgebung leisteten den Bayern jeden erdenklichen Widerstand. Wütend über die dadurch erlittene Verzögerung gab der Bayrische Kurfürst am 24. Mai 1704 den Befehl, die endlich erreichte Stadt vollständig zu zerstören. Von allen Seiten wurde sie am 25. Mai angezündet und in allen ihren Teilen, einschl. Kirche, Amtshaus und Rathaus in Schutt und Asche gelegt. Was unter den rauchenden Trümmern in Kellern noch erhalten geblieben war, fiel kurz danach durchziehenden Franzosen vollends zum Opfer. Die überlebenden Stadtbewohner flüchteten in die umliegenden Dörfer und waren völlig auf deren Mildtätigkeit angewiesen. Die Stadt zählte nach ihrer Zerstörung nur noch 72 Bürger nebst ihren Angehörigen. Bei der Nähe Hindelwangens von Stockach ist mit Sicherheit anzunehmen, dass der Ort, sowohl bei diesen Kämpfen, als auch bei den früher geschilderten Belagerungen der Stadt, stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, obgleich keine schriftlichen Unterlagen vorhanden sind.
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