Der Schmalkaldische Krieg und der 30-jährige Krieg

Kessi 11. Juni 2008

In diesem Krieg kam eine Abteilung des Kurfürsten Moritz von Sachsen unter Oberst Heideck an den Bodensee. Das Überlinger Spital zu Sernatingen und der Hof zu Regentsweiler wurden verbrannt, das war im Jahre 1552.

Der 30-Jährige Krieg.

Das kommende Jahrhundert brachte den unglückseligen 30 jährigen Krieg (1618 – 1648). Von 1618 an durchzogen Kaiserliche Soldaten verschiedener Nationen, besonders Spanier, Niederländer und Bayern die Gegend. Die Einquartierungen und Abgaben hörten nicht auf. Obwohl die Truppen keine Feinde waren, hausten sie doch so schlimm wie solche. 1628 brach auch noch die Pest aus und raffte viele Leute dahin, so dass z. B. die Stadt Stockach sechs Totengräber einstellen musste um die Todesopfer zu beerdigen.

Die Niederlage der Kaiserlichen bei Breitenfeld 1631 eröffnete den Schweden neuen Zugang zur Bodenseegegend, welche dann 1632 zum ersten Male hier erschienen. Außer den sonstigen Städten am See wurde in erster Linie Stockach und seine Umgebung hart mitgenommen. Für die schutzlosen Dörfer war es mit der Zeit ziemlich gleichgültig geworden wer sie besetzt hielt, ob Freund oder Feind, denn jeder raubte und zerstörte und brannte nieder.

1638 erschien der Kommandant des Hohentwiels, Konrad Wiederhold, und zerstörte nach einer Reihe Ortschaften und Burgen die Nellenburg und verschüttete den großen Ziehbrunnen mit Steinen. Die öffentlichen Gebäude der Stadt Stockach brannte er nieder. Um das Unglück und die Verwirrung vollständig zu machen, erschienen auch noch die Franzosen als Verbündete der Schweden auf dem Kriegsschauplatz, erlitten aber bei Tuttlingen 1643 eine vernichtende Niederlage.

1648 hatte der 30-jährige Krieg durch den westphälischen Frieden sein Ende gefunden, aber Hunger und Pestzeiten kamen im Gefolge. Kein Wunder, dass um 1660 in den Nellenburgischen Dörfern Wohnplätze und Bevölkerung oft auf einviertel ihren früheren Bestandes zusammengeschmolzen waren. Aber darüber hinaus zeigten sich die unheilvollen Folgen der überstandenen Kriegsjahre in der übelsten Weise. Die Gemeindepolitik lag danieder, Armut war eingekehrt, und schlimme sittliche Verwahrlosung trat überall zutage. Diebstähle, Lästerungen, Schlaghändel waren keine Seltenheit, Pranger, Geige und Lästerbank dienten als unwirksame Strafmittel. Im Jahre 1656 konnten die Stockacher nicht einmal mehr ihren Schullehrer besolden, so übel hatte man in der ehemals stattlichen Stadt gehaust. Nur sehr langsam erhob sich Volk und Gemeinde wieder aus solchen Zuständen. Aber kaum ein halbes Jahrhundert sollte der Frieden währen.

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