Kriegszeiten

admin 11. Juni 2008

„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ sagt Schiller. Aber schlimmer als böse Nachbarn sind böse Machthaber und Regenten, die ganze Völker, ja die ganze Welt nicht in Frieden leben lassen und Millionen in den Krieg hetzten, nur um ihre wahnwitzigen Machtgelüste zu befriedigen.

„Was ist Krieg? Der Krieg ist etwas Furchtbares und bringt über so zahllos viele Menschen Elend, wie gar kein anderes Unglück. Und was noch besonders heillos ist, die Ursache des Krieges ist gemeiniglich wahrhaft ruchlos, der Ehrgeiz und die Raubsucht großer Herren zündet den Brand an, sie selbst halten ihre Haut in Sicherheit, aber viele tausend Männer und Jünglinge, welche aus Armut sich nicht loskaufen können, müssen als Soldaten einander morden und zu Krüppeln machen, und wissen oft nicht einmal warum.“

So urteilt der Universitätsprofessor und Volksschriftsteller Alban Stolz schon vor 100 Jahren. Auch unsere Heimat war oft genug erfüllt von Krieg und Kriegsgeschrei, Truppen aller Nationen zogen über unsere Gegend hin, Durchmärsche, Plünderungen, Brände, Zerstörungen und Kontributionen nahmen kein Ende. Im beginnenden 10. Jahrhundert verwüsteten die

Raubzüge der Ungarn

fast die gesamten kulturellen Anfänge der Karolingerzeit. 910, 913 und 915 waren sie in unserer Gegend erschienen und mit unzähliger Beute an Tieren und Menschen zurückgekehrt. Dazu kamen Gegensätze im Innern. Die Stammesherzöge suchten ihre frühere Selbständigkeit zurück zu gewinnen. So hatten die Alemannischen Pfalzgrafen

Erchanger und Berchthold

den Bischof Salomon III von Konstanz, den Hauptparteigänger König Konrads des I. (911 – 918) gefangen genommen und Erchanger sich zum Herzog ausgerufen. 915 besiegte er seine Gegner in der Schlacht bei Wahlwies. Doch seine Herrschaft dauerte nur kurze Zeit. Schon im folgenden Jahre mussten sich Erchanger und Berchthold dem König stellen und büßten ihren Hochverrat mit dem Tode.

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