Man nennt die Geschichte die große Lehrmeisterin und in der Tat, man könnte vieles aus ihr lernen. Aber die große Lehrmeisterin hat das Unglück, wenig gelehrige Schüler zu haben. Man könnte fast auf sie das Wort anwenden: Nichts gelernt und alles vergessen, und so scheint die einzige Erkenntnis die zu sein: Die Geschichte lehrt, dass man aus ihr nichts gelernt hat. Die Geschichte wird vom Menschen gemacht, aber man hat den Herrn der Geschichte vergessen, und darum ist sie auch so wirr und so voller Widerspruch.
Trotz allem aber interessieren wir uns für die Geschichte unserer Vorfahren und es hat seinen eigenen Reiz, in alten vergilbten Schriften zu blättern und zu lesen von Freud und Leid, von Sorg und Mühen im Menschenleben von Aufstieg und Niedergang, von Krieg und Frieden in längst vergangener Zeit. Und immer ergibt sich, dass, seit Menschen auf dieser Erde leben, ihr Schicksal dasselbe war. Immer mühten und sorgten sich die Menschen, lachten und weinten, liebten und hassten, litten und darbten - und starben.
Die Überlieferungen aus alter Zeit sind ziemlich spärlich, weshalb die Schilderungen auch immer nur lückenhaft - interessante Bruchstücke - sein können. Dennoch hoffen wir, dass sie allen, die an ihrer Heimat interessiert sind, Freude bereiten und Nahrung sind für ihren Wissenshunger.